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Mit den feierlichen Worten „Lectiones incipiant!“ der stellvertretenden Schulleiterin Martina Lux und einem Gongschlag wurden am 19. Mai die ersten „Lectiones Latinae“ in der Mensa des Kurt-Schwitters-Gymnasium Misburg eröffnet. Diesen Vorlesewettbewerb Latein für Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs in Stadt und Region Hannover schrieb der Niedersächsische Altphilologenverband (NAV) erstmalig in diesem Jahr aus und stiftete dafür großzügige Buch- und Geldpreise.

Acht Lese-Tandems und drei Einzel-Leser aus neun Schulen stellten sich der Herausforderung des Wettbewerbs. Unterstützt wurden sie von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und Lehrkräften, die sie begleiteten. Bis zu 100 Personen versammelten sich so in der hellen und als sehr gastlich empfundenen Mensa. Weite Wege wurden nicht gescheut: Aus Hildesheim waren das Scharnhorstgymnasium und das Andreanum angereist; eingefunden hatten sich auch Abordnungen aus der KGS Hemmingen, dem Matthias-Claudius-Gymnasium Gehrden und dem Johannes-Kepler-Gymnasium Garbsen. Aus Hannover vervollständigten die Elsa- Brandström-Schule, die Goetheschule, die IGS Linden und das veranstaltende Kurt- Schwitters-Gymnasium die Liste derer, die gekommen waren, um den Lorbeerkranz des ersten Platzes zu erringen.

Die Jury war hochkarätig besetzt: Den NAV vertrat dessen Wettbewerbsbeauftragte Angelika Schmidt-Geisler. Neben ihr übernahmen Jury-Verantwortung Madita Aue, diesjährige Abiturientin des Kurt-Schwitters-Gymnasium, Dirk Boberg als Fachberater Latein bei der RLSB Hannover und Eltje Böttcher, Sprachlektorin für Latein an der Universität Hamburg und bekannt für ihre Veröffentlichungen im Bereich des „Latine loqui“.

Ihnen allen bereitete die Profil-Klasse „Groove“ (5d) unter der Leitung ihrer Lehrkräfte Marcel Wolters (Dirigent, Trompete) und Uta Nana Tchoumi (Piano) mit einem rhythmischen „Oye como va“ in perfekter Abstimmung untereinander ein gelungenes Willkommen. Die anschließenden Lesevorträge umfassten etwa 100 Wörter, waren den jeweiligen Lateinbüchern (ROMA A und Pontes) entnommen und erzählten von Gladiatorenkämpfen und Alltagsstreitereien von Sklaven, aber auch von der Flucht aus Pompeji, von Kriegserlebnissen und Kriegskritik und ließen aus dem Kreis der römischen Gottheiten Jupiter, Venus, Latona, Apollo und Merkur zu Wort kommen. Während der einzelnen Lesungen wurde für das Publikum eine Übersetzung der Texte projiziert.

Die Jury hatte es nicht leicht. Wie lebendig wurde vorgetragen? Wie sicher kamen die fremden Wörter über die Lippen? Wurde richtig betont und auf Silbenlänge und Silbenkürze geachtet? Wie gelungen war die Textauswahl? Dann soll die Entscheidung doch eindeutig gefallen sein: Über den dritten Platz durfte sich die IGS Linden mit dem Text „Merkur – ein kleiner Gott hat große Pläne“ freuen. Für ihren sehr lebendig vorgetragenen Sklavenstreit gewann das Lese-Tandem des Johannes-Kepler-Gymnasium Garbsen den zweiten Platz und das Lese-Tandem vom Andreanum Hildesheim errang Platz 1 und Lorbeerkranz für das Gespräch zwischen Venus und Jupiter über die ruhmreiche Zukunft des Helden Aeneas.

Die ersten „Lectiones Latinae“ können als gelungen bezeichnet werden. Es gab durchweg ein positives Feedback. Schüler*innen vermissten nichts (außer Süßigkeiten auf ihren Tischen).

„Man fühle sich rundum wohl“, erklärte eine der begleitenden Lehrerinnen in der Pause und ein anderer Lehrer betonte, es handele sich um einen attraktiven, weil niederschwelligen Wettbewerb. Man wünschte sich allseits eine Wiederholung und gab der Hoffnung Ausdruck, dass mit diesen ersten „Lectiones Latinae“ eine neue Tradition beginne.

Dank also an die Jury, die einen teils weiten Weg auf sich genommen hat. Dank an die Lehrkräfte, die den Wettbewerb durchgeführt und ihre Gruppen motiviert und begleitet haben. Dank vor allem an die Mutigen, die sich der Herausforderung des Wettbewerbs gestellt haben. Dank dem NAV für die Ausschreibung und die großzügigen Preise. Und Dank auch an den Schulassistenten des KSG Herrn Ruppelt, der während der ganzen Veranstaltung anwesend war und für einen reibungslosen Ablauf der Technik sorgte.